Wusstest du, dass 53% der mobilen Nutzer eine Webseite verlassen, wenn sie länger als 3 Sekunden zum Laden braucht? (Quelle: Google Industry Mobile Speed Report)
Für alle, die online arbeiten – wie Architekten und Designer – ist eine schnelle Webseite essenziell, um Kunden zu gewinnen, Projekte ansprechend zu präsentieren und eine reibungslose Darstellung auf allen Geräten zu gewährleisten. In dem Beitrag erfährst du, wie du mit plattformspezifischen Tipps die Ladezeiten deiner Webseite gezielt verbessern kannst.
1. Die Bedeutung der Ladegeschwindigkeit im Webdesign
Eine schnelle Ladezeit verbessert die Benutzererfahrung, verringert die Absprungrate und steigert das SEO-Ranking. Langsame Seiten führen dagegen oft dazu, dass Besucher frühzeitig abspringen, was die Reichweite in den Suchmaschinen mindert.
Darüber hinaus ist die Ladegeschwindigkeit auch für die Barrierefreiheit wichtig, denn Schnell ladende Seiten ermöglichen es Menschen mit Einschränkungen, Inhalte problemlos zu konsumieren, was eine inklusivere Webnutzung unterstützt und die Zugänglichkeit verbessert.
2. Welche Faktoren die Ladegeschwindigkeit beeinflussen
Die Ladegeschwindigkeit einer Webseite hängt von mehreren Faktoren ab, die sowohl die Benutzererfahrung als auch das Ranking in den Suchmaschinen beeinflussen. Einflussfaktoren wie große Dateigrößen, langsame Server, zu viele Plugins und unübersichtlicher Code spielen eine Rolle. Auch das richtige Caching kann die Ladegeschwindigkeit verbessern.
In den nächsten Abschnitten klären wir, wie du diese Faktoren nun gezielt verbessern kannst.
Dateigrößen
Große Bilder und Videos bremsen die Ladegeschwindigkeit. Durch die Wahl neuerer Formate (wie WebP oder AVIF) und das Reduzieren der Dateigröße kannst du die Ladezeit verkürzen.
Serverleistung
Der Hosting-Anbieter beeinflusst, wie schnell deine Seite lädt. Ein schneller Server sorgt dafür, dass deine Webseite flott und zuverlässig ist. Während WordPress-Nutzer ihren Hosting-Anbieter gezielt auswählen müssen, bietet Webflow von Haus aus schnelles Hosting.
Anzahl der Plugins
Zu viele Plugins, Erweiterungen und externe Codebibliotheken können die Ladegeschwindigkeit erheblich beeinflussen. Es ist daher wichtig, nur notwendige und gut optimierte Plugins zu verwenden.
Unoptimierter Code
Zu viele und unoptimierte CSS- und JavaScript-Dateien können die Ladezeit verlängern. Sowohl in WordPress als auch in Webflow sollte auf schlanken und gut strukturierten Code geachtet werden.
Caching
Ab WordPress 5.5 ist Caching standardmäßig integriert, insbesondere für Bilder (Lazy Loading). Erweiterte Funktionen bieten Wordpress Plugins, die Seiteninhalte und Datenbankabfragen optimieren. Webflow bietet automatisch integriertes Caching, sodass keine zusätzlichen Anpassungen nötig sind.

Abbildung: Die gängigsten Faktoren, die Ladegeschwindkeiten im Webdesign beeinflussen
3. Plattformspezifische Optimierungstipps (Webflow u. WordPress)
Da ich hauptsächlich mit Webflow und WordPress arbeite, möchte ich dir plattformspezifische Tipps zur Ladezeitoptimierung geben. Beide Plattformen bieten unterschiedliche Ansätze und Tools, um die Performance zu verbessern. In den folgenden Abschnitten gehe ich darauf ein, wie du auf jeder Plattform die Ladegeschwindigkeit optimieren kannst.
3.1 Bilder & Videos optimieren: So geht's in WordPress und Webflow
Große Bilder und Videos sind oft die Ursache für langsame Ladezeiten. Daher solltest du Dateien vor dem Hochladen in WordPress oder Webflow optimieren. Diese Vorbereitung verbessert nicht nur die Ladegeschwindigkeit, sondern unterstützt auch die Suchmaschinenoptimierung durch ordnungsgemäße Dateibenennung.
Früher habe ich Bilder ohne Komprimierung hochgeladen, was die Ladezeit verlängerte. Heute achte ich darauf, Dateien schon vor dem Hochladen zu verkleinern, obwohl WordPress und Webflow bereits Funktionen dafür bieten.

Abbildung: Bildformate WebP, JPG und SVG im Vergleich für bessere Ladezeiten
WordPress bietet ab Version 5.5 grundlegende Bildoptimierungen und unterstützt von Haus aus WebP-Bilder. Für eine zusätzliche Komprimierung kannst du ein einziges Plugin wie
Smush verwenden, das Bildgrößen reduziert, ohne die Performance unnötig zu belasten.
In Webflow ist die Optimierung direkt in der Assets Library (siehe Abbildung) integriert. Hier kannst du deine Bilder vor dem Hochladen einfach komprimieren und Formate wie WebP oder AVIF nutzen. Videos sollten ebenfalls vorab optimiert und im WebM-Format hochgeladen werden, um die Ladegeschwindigkeit zu maximieren.

Abbildung: Wie du in der Asset Library von Webflow deine Bilder mit 'compress' optimierst
- Auflösung und Pixelmaße anpassen: Wähle für die Dateien eine Auflösung, die für die Darstellung ausreicht, aber nicht zu groß ist. Orientiere dich an den maximalen Abmessungen, die deine Webseite benötigt (z. B. 1920 x 1080 Pixel für Vollbildhintergründe oder 800 x 600 Pixel für Standardbilder)
- Passendes Dateiformat auswählen: Setze beim Export auf moderne Formate wie WebP oder AVIF oder für Videos WebM , die eine hohe Qualität bei geringer Dateigröße bieten
- Dateien vorab komprimieren: Nutze vor dem Dateiupload bereits eine lokale Software um deine Dateigröße vorab zu reduzieren. Danach sollten die Dateien in die Mediathek von WordPress oder Webflow hochgeladen werden, versehen mit einem aussagekräftigen Dateinamen, der Suchmaschinenoptimierung (SEO) unterstützt.
3.2 Plugins aufräumen
Plugins erweitern die Funktionalität einer Seite, aber zu viele davon bremsen die Ladegeschwindigkeit. Verwende daher nur notwendige und gut optimierte Plugins.
Für eine schnelle und benutzerfreundliche Webseite sind das Theme GeneratePress, WP Optimize (Tool zur Datenbankbereinigung) und das SEO-Plugin Yoast SEO besonders empfehlenswert. GeneratePress sorgt durch sein leichtgewichtiges Design für schnelle Ladezeiten und eine verbesserte Gesamtperformance. Yoast SEO stellt sicher, dass die Inhalte suchmaschinenfreundlich und optimal präsentiert werden, was sowohl die SEO als auch die Nutzererfahrung verbessert.
Für barrierefreies Webdesign, das alle Besucher anspricht, sind Wordpress Plugins wie WP Accessibility, Accessibility Checker und One Click Accessibility sinnvoll. Diese Erweiterungen erkennen strukturelle Probleme und unterstützen assistive Technologien wie Screenreader. So wird der Zugang für alle Nutzer erleichtert, was gleichzeitig wiederum die SEO-Performance steigert, ohne die Ladezeit merklich zu beeinflussen.
Im Gegensatz zu WordPress ist Webflow weniger auf Plugins angewiesen, was die Performance grundsätzlich begünstigt. Trotzdem können externe Skripte und benutzerdefinierter Code die Ladezeit einer Webflow-Seite verlangsamen. Daher ist es wichtig, nur notwendige Skripte einzubinden und diese effizient zu gestalten.
Webflow-Nutzer solltest du darauf achten, dass eingebettete Codes schlank und optimiert sind, um die Seite schnell und zugänglich zu halten. Diese Optimierung fördert eine bessere Nutzererfahrung und kommt besonders Nutzern mit assistiven Technologien zugute.
3.3 Datenbank bereinigen
In Wordpress ist eine regelmäßige Bereinigung der Datenbank ist unerlässlich, um die Performance zu optimieren. Das oben bereits erwähnte Plugin
WP-Optimize hilft dir dabei, unnötige Daten wie alte Revisionen, Spam-Kommentare und Transienten zu entfernen. Dies sorgt für eine schlankere, schnellere Webseite, die weniger Ressourcen beansprucht und somit auch schneller lädt.
Da Webflow auf einem integrierten CMS basiert, ist eine separate Datenbankpflege nicht notwendig. Die Plattform verwaltet Daten automatisch effizient, wodurch die Notwendigkeit für manuelle Optimierungen entfällt. Das bedeutet weniger Aufwand, um die Performance auf einem hohen Niveau zu halten.
Als Webflow-Nutzer solltest du dennoch darauf achten, dass eingebettete Codes schlank und optimiert sind, um die Seite schnell und zugänglich zu halten. Ein bewährter Weg ist es unbenötigte CSS Klassen mit nur einem Klick zu bereinigen:

Abbildung: Wie du in Webflow mit nur einem Klick unbenötigte CSS Klassen bereinigst
3.4 Lazy Loading nutzen
Lazy Loading ist eine Technik, bei der Bilder und Videos erst geladen werden, wenn sie auf dem Bildschirm des Nutzers sichtbar sind. Dies reduziert die anfängliche Ladezeit und verbessert die Performance der Webseite.
Wann sollte Lazy-Loading nicht verwendet werden?
- Kritische Bilder Above the Fold: Bilder, die sofort sichtbar sein sollten, sollten nicht per Lazy Loading verzögert geladen werden.
- SEO-Relevante Inhalte: Bilder, die für SEO wichtig sind, sollten für Suchmaschinen leicht zugänglich sein (in der Regel ist Lazy Loading mit modernen Techniken wie loading="lazy" aber SEO-freundlich).
Ab Wordpress Version 5.5 ist Lazy Loading standardmäßig in WordPress integriert. Du kannst die Funktion jedoch auch mit Plugins wie WP Rocket erweitern, um Bilder und andere Medien erst bei Bedarf zu laden.
Achte darauf, dass Lazy Loading die Barrierefreiheit nicht beeinträchtigt, insbesondere für Nutzer mit Screenreadern. Diese sollten problemlos auf alle Inhalte zugreifen können, auch wenn Bilder später geladen werden.
In Webflow ist Lazy Loading ebenfalls integriert und lässt sich direkt in den Bildeinstellungen aktivieren. Dadurch werden Bilder effizient geladen, ohne die Nutzererfahrung zu beeinträchtigen. Auch hier ist es wichtig, sicherzustellen, dass Nutzer mit assistiven Technologien keinen Nachteil durch die verzögerte Darstellung von Inhalten erfahren.

Abbildung: Wie du Lazy Loading in webflow für deine Assets einstellst
4. Wie Ladegeschwindigkeit und Barrierefreiheit zusammenhängen
Die Ladegeschwindigkeit ist zudem ein wichtiger Faktor für die Barrierefreiheit: Assistive Technologien wie Screenreader benötigen schnellen Zugriff auf Inhalte. Verzögerungen stören den Informationsfluss und erschweren die Navigation, besonders für Menschen mit Einschränkungen.
Optimierte Medien – etwa Bilder mit Alt-Texten und Videos mit Untertiteln – steigern nicht nur die Ladegeschwindigkeit, sondern auch die Nutzerfreundlichkeit (UX).

Abbildung: Beispiel einer WebXR Anwendung mit eingefügten Untertiteln für mehr Barrierefreiheit
5. Fazit: Ladezeiten von Websites verbessern
Schnelle Ladezeiten und eine barrierefreie Webseite sind entscheidend für eine gute Nutzererfahrung, bessere Google-Rankings und höhere Conversion-Raten. Durch die Optimierung von Bildern, die Reduktion unnötiger Plugins und die Nutzung von Caching kannst du die Performance deiner Webseite spürbar steigern.
Nutze die Tools von WordPress und Webflow, um Bilder zu verkleinern und Lazy Loading zu aktivieren. Sorge dafür, dass deine Webseite für alle zugänglich ist, indem du Alt-Texte für Bilder und Untertitel für Videos hinzufügst.
Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, deine Webseite zu optimieren!
Beginne noch heute mit der Optimierung deiner Webseite und steigere nicht nur die Ladegeschwindigkeit, sondern auch die Nutzerzufriedenheit deines Webdesigns.