Barrierefreie Farben: So wählst du die richtigen Kontraste

Wolltest du schon immer mal deine Homepage auf barrierefreie Farben testen? Heute liest du darüber, wie du mit hilfreichen Tools du barrierefreie Farbkontraste erstellst, die für alle Nutzer zugänglich sind und zugleich die Markenidentität wahren.
Head Shot Jan Gemeinhardt, Webdesigner und Founder of DESIGNTD

Autor:
Jan Gemeinhardt

Blogbeitrag Barrierefreie Farben
Barrierefreie Farben sind nicht nur ästhetische Entscheidung im Webdesign, sondern auch entscheidend für die Benutzererfahrung und die Zugänglichkeit deiner Website. Inklusion gewinnt zunehmend an Bedeutung, wodurch das Berücksichtigung von barrierefreie Farben unerlässlich geworden ist.

Dieser Beitrag zeigt dir, wie du barrierefreie Farben für dein Webdesign gestalten kannst, die ansprechend und für alle Nutzer zugänglich sind. Wir werden die Grundlagen des Farbkontrasts erkunden, geeignete barrierefreie Farben kennen lernen und ich gebe dir nützliche Tools an die Hand geben, um ein barrierefreie Farben zu kreieren.

Inhaltsverzeichnis

Lass uns gemeinsam dein nächstes Projekt starten!

Hast du eine Idee oder ein barrierefreies Projekt, das umgesetzt werden soll? Ich freue mich darauf, von dir zu hören. Lass uns gemeinsam deine Vision realisieren!

Für jegliche Anliegen und Fragen stehe ich Ihnen gerne unter design@jangemeinhardt.de zur Verfügung.

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Was bedeutet: Webdesign & barrierefreie Farben

Barrierefreiheit (Accessibility) ist eine grundlegende Anforderung, um Webdesign für alle zugänglich zu machen. Besonders barrierefreie Farbkontraste spielen eine entscheidende Rolle, um die Inklusion zu fördern und die Nutzung für Menschen mit Sehbehinderungen zu erleichtern.

Die Einhaltung der WCAG-Richtlinien (Web Content Accessibility Guidelines) sichert eine bessere Nutzererfahrung und hilft dir, rechtliche Vorgaben zu erfüllen.

Barrierefreie Farben im Webdesign – Definition & Grundlagen

Farben sind ein wesentlicher Bestandteil der Barrierefreiheit im Webdesign. Der WCAG-Standard (Web Content Accessibility Guidelines) empfiehlt ein Mindestverhältnis von 4.5:1 für normalen Text und 3:1 für großen Text, um sicherzustellen, dass Inhalte für Menschen mit Sehbehinderungen gut lesbar sind. Tools wie bspw. der WebAIM Color Contrast Checker helfen, dieses Verhältnis zu testen.

Barrierefreie Farbkombinationen erstellen: Praxis-Tipps

Um barrierefreie Farbkombinationen zu erstellen, sollten Webdesigner und Kreative sicherstellen, dass die Farben ausreichend kontrastieren. Dies betrifft sowohl den Hintergrund als auch den Text. Beliebte Kombinationen wie dunkler Text auf hellem Hintergrund oder dunkelblau auf hellgrau bieten ausreichend Kontrast.

Tipp 1: Vermeide harte Kontraste im Hintergrund

Statt reinem Weiß oder tiefem Schwarz solltest du milde Farbtöne wie helles Grau oder Beige verwenden, um Blendungen zu vermeiden und die Lesbarkeit von barrierefreien Farben zu verbessern.

Stattdessen eignen sich sanfte Töne wie helles Grau, Beige oder auch ein aufgehelltes Schwarz, das in Richtung Dunkelgrau tendiert, sowie ein leicht abgedunkeltes Weiß. Diese Nuancen machen den Text angenehmer lesbar und sorgen für ein augenfreundliches Nutzererlebnis.

Dont's

  • Vermeide: Reines Weiß (#FFFFFF) und tiefes Schwarz (#000000) als dominante Hintergrundfarben, da diese extremen Kontraste zu Blendungen führen und die Lesbarkeit beeinträchtigen können.
  • Vermeide: Kombinationen wie Schwarz auf Neonpink (#000000 auf #FF00FF) oder Weiß auf Neonblau (#FFFFFF auf #00FFFF), da sie visuell anstrengend sind und die Augen überfordern.

Besser!

  • Nutze: Sanfte Farben wie helles Grau (#F5F5F5), Beige (#FAF3E0) oder ein abgedunkeltes Schwarz (#2C2C2C), die den Text angenehm lesbar machen und ein augenfreundliches Design bieten.
  • Nutze: Ein leicht abgedunkeltes Weiß (#E8E8E8) oder sanfte Kontraste, die eine klare und harmonische Lesbarkeit gewährleisten, ohne zu blenden.

Tipp 2: Markenfarben mit Bedacht einsetzen

Die Auswahl von barrierefreien Farben ist entscheidend, um die WCAG-Kontrastanforderungen zu erfüllen und ein zugängliches Webdesign zu gewährleisten.

Eine durchdachte Farbpalette kann den Unterschied zwischen einem schwer lesbaren und einem barrierefreien Design ausmachen. Oft reichen bereits kleine Anpassungen, um den Kontrast zu verbessern, ohne die gesamte Farbpalette zu verändern:
  • Button Nr 1

    Don't: Hellgrün (#A6C23B) auf Blau (#2862B1)
    Besser: Dunkelgrau (#333333) auf Türkis (#4EAE95)
  • Button Nr 2

    Don't: Weiß (#FFFFFF) auf Türkis (#4EAE95)
    Besser:Helles Grau (#F3F3F3) auf Blau (#2862B1)
  • Button Nr 3

    Don't: Weiß (#FFFFFF) auf Grün (#A7C53A)
    Besser: Blau (#2862B1) auf Grün (#A7C53A)

Tipp 3: WCAG-Kontraste vor Website Erstellung prüfen

Um sicherzustellen, dass die gewählten Farbkombinationen den WCAG-Richtlinien entsprechen und für alle Nutzer barrierefrei sind, ist der Einsatz der Contrast-Checker Tools unerlässlich.

Integriere bereits genannte Tools daher gerne in deinen Webdesign Workflow, wenn du vor der Erstellung einer Webseite oder von Style Guides mit barrierefreien Farben stehst.

Werkzeuge und Tools für barrierefreie Farbschemata

Es gibt viele Tools, die dir helfen, barrierefreie Farben für dein Webdesign zu testen und auszuwählen:

WebAIM Color Contrast Checker

Misst den Kontrast zwischen Text und Hintergrund und zeigt an, ob die Farben barrierefreie sind und den WCAG-Richtlinien entsprichen. Genauer wurde das Tool im Beitrag hilfreiche Tools zur Überprüfung von Barrierefreiheit behandelt.

Accessible Palette

Accessible Palette ist ein praktisches Tool, mit dem du barrierefreie Farben erstellen kannst. Es bietet fertige, getestete Farbkombinationen, die den WCAG-Kontrastanforderungen entsprechen. Du kannst deine eigenen Markenfarben anpassen und mit einfachen Einstellungen wie Helligkeit oder Farbsättigung die ideale Palette für dein Design finden. So wird sichergestellt, dass deine Farben sowohl optisch ansprechend als auch barrierefrei sind.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Barrierefreie Farben erstellen

Schritt 1: Anforderungen und Zielgruppe definieren

Überlege, wer deine Website oder Anwendung nutzen wird. Berücksichtige auch Menschen mit Sehbehinderungen.

Schritt 2: Farben auswählen und Kontraste testen

Nutze deine bestehenden Markenfarben und teste sie mit dem WebAIM Color Contrast Checker.

Schritt 3: Ergebnisse überprüfen und in den Style Guide integrieren

Dokumentiere die Testergebnisse und passe deinen Style Guide an. Wähle eine Farbpalette, die sowohl barrierefrei ist als auch deine Markenidentität unterstützt.

Challenges meistern und Kunden überzeugen

Für Kreativdienstleister und Online-Unternehmer ist ein barrierefreies Webdesign nicht nur eine ethische Verpflichtung, sondern ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Barrierefreie Farbe bieten ein besseres Nutzererlebnis, steigern die Reichweite in Suchmaschinen und erfüllen wichtige gesetzliche Vorgaben.

Die Umsetzung barrierefreier Farben kann jedoch mit Herausforderungen verbunden sein, insbesondere wenn es um die Anpassung bestehender Webdesigns oder die strategische Nutzung einer eingeschränkten Farbpalette geht.

Herausforderungen meistern: Chancen, Risiken und Tipps zur Erstellung barrierefreien Farben

Überzeugenden Argumente für deine Kunden barrierefreies Webdesign umzusetzen

  • Verbessertes Nutzererlebnis: Barrierefreie Farben erhöhen generell die Lesbarkeit und machen Inhalte für alle Nutzer zugänglich. Dies sorgt für eine positive Nutzererfahrung und eine größere Zielgruppe.

    Beispiel: BBC hat ein barrierefreies Design umgesetzt, das besonders Menschen mit Sehbeeinträchtigungen berücksichtigt. Das führte zu positiven Nutzerbewertungen und einer breiteren Akzeptanz ihrer Online-Angebote.
  • Reichweitensteigerung: Durch die Berücksichtigung von barrierefreien Farben erreichst du mehr Menschen, einschließlich derjenigen mit Sehbeeinträchtigungen, und vergrößerst somit deine potenzielle Kundschaft.

    Beispiel: Airbnb erweiterte seine Plattform um barrierefreie Funktionen, was dazu führte, dass mehr Gäste – darunter solche mit besonderen Bedürfnissen – die Plattform nutzten, was die Reichweite und den Umsatz steigerte.
  • Erfüllung rechtlicher Anforderungen: Barrierefreie Webdesigns erfüllen ab 2025 wichtige gesetzliche Vorgaben und reduzieren das Risiko von rechtlichen Problemen.

    Beispiel: Target, eine große Einzelhandelskette, wurde verklagt, weil ihre Website nicht barrierefrei war. Nach Anpassungen, um den WCAG-Standards zu entsprechen, verbesserte sich nicht nur die Nutzerfreundlichkeit, sondern das Unternehmen erfüllte auch die gesetzlichen Vorgaben.

    Quelle:
    https://www.bizeps.or.at/erfolg-us-unternehmen-target-betreibt-nun-barrierefreieres-internetangebot/
  • Stärkung des Markenimages: Unternehmen, die Barrierefreiheit priorisieren, zeigen soziales Engagement und fördern ein inklusives Image, was das Vertrauen und die Loyalität der Nutzer stärkt.

    Beispiel: Microsoft hat umfassend in barrierefreie Technologien investiert, was das Unternehmen als Vorreiter für Inklusion positionierte und das Markenimage stärkte. Nutzer mit Behinderungen bewerteten die Marke positiver und zeigten größere Loyalität.
  • Beleg durch Erfolgsbeispiele: Präsentation von Fallstudien und realen Erfolgsbeispielen zeigt, dass barrierefreie Designs zu einem höheren Engagement und langfristiger Kundentreue führen.

    Beispiel: Bank of America führte barrierefreie Anpassungen in ihren Online-Diensten durch und erhielt dadurch positive Rückmeldungen von Nutzern mit Sehbeeinträchtigungen. Dies führte zu einer höheren Kundenzufriedenheit und längerer Nutzung ihrer Services.

Fazit

Die Implementierung barrierefreier Farben ist sowohl eine ethische Verpflichtung als auch eine rechtliche Notwendigkeit. Mit den richtigen Tools und einem klaren Fokus auf Benutzerfreundlichkeit kannst du ein Design schaffen, das für alle zugänglich ist. Denke daran: Barrierefreiheit erweitert die Reichweite deiner Marke und verbessert die Benutzererfahrung.

Starte jetzt mit barrierefreien Farben, um dein Webdesign inklusiv und zukunftssicher zu gestalten – für eine bessere Nutzererfahrung und höhere Reichweite.
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